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Workshop

Ich-Identität vs. Soziale Identität und gesellschaftliche Rollenerwartung

23. Mai 2015 @ 9:00 - 17:15
Haus der Volkshochschule, Raum 26,
Kirchgasse 3, Berlin, 13597
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Sp6.937F – KWA 37 mit Holger Waernecke. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftsepochen vom Taylorismus (1911: „Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“) bis zum „Neoliberalismus/BRD“ (ab 1982: „Freie Wirtschaft vs. soziale Normen“) werden die Entwicklungsphasen und die daraus folgenden gesellschaftlichen Rollenerwartung in ihren Auswirkungen auf die sozial-psychologische Entwicklung der Menschen dargestellt und diskutiert.

Inhalte:

Ich-Identität vs. soziale Identität und gesellschaftliche Rollenerwartung

Ziele / Arbeitsweisen /Inhalte

In diesem Workshop wird ein Überblick über die gesellschaftlichen Produktionsweisen, analog zu den Politiken und deren Modernisierungsschübe in den wirtschaftlichen und sozialen Bereichen des 20. und 21.Jahrhunderts dargestellt. Gleichzeitig werden die entwicklungspsychologischen Regeln  Anna Freuds via Phasen-Model: „Von der pränatalen Phase bis zur Post-Adoleszenz“ als Folie zur Betrachtung der Persönlichkeitsentwicklung der unter der Ägide der gesellschaftlichen Produktionsweisen des 20.Jahrhunderts  lebenden Menschen eingesetzt.Die Fragestellung dabei ist,  wie und in welcher Weise die gesellschaftlichen Produktionsweisen Einfluss auf die Persönlichkeits-Entwicklung der Menschen genommen haben.

Arbeitsweise: Vortrag und offene Plenums-Diskussion.

"Ich-Entwicklung und gesellschaftliche Rollenerwartung unter dem Aspekt der Produktivkraft-Entwicklung und staatlicher Regulierung aus historischer Sicht."

„Der Mensch mit einer wahren Selbst-Erkenntnis, abgesehen von dem erhebenden Gefühl, welches ihm dieses Wissen verschafft, wird bescheiden. Gegen die Fehler anderer nachsichtig, zum Verzeihen geneigt, beansprucht er für sich aus dem Spruch „tout comprende  cést tout pardonner“: „Nur das Verstehen und fühlt sich nicht berufen, zu vergeben.“Er analysiert die Motive seiner Affekte und verhindert dadurch, dass sie in Leidenschaften ausarten.Die unter verschiedenen Schlagworten kämpfenden Menschengruppen betrachtet er mit einer Art heiterem Humor, lässt sich in seinen Handlungen nicht von der großmäuligen „Moral“, sondern von der nüchternen Zweckmäßigkeit führen, welche ihn auch anspornt, diejenigen seiner Wünsche, deren Befriedigung die Rechte anderer Menschen beeinträchtigen würde (d.h. welche in ihren Reaktionen für ihn selbst gefährlich werden können), einzuschränken und gewissenhaft zu überwachen, ohne aber ihre Existenz zu verleugnen.“

(Dr. S. Ferenczi; „Bausteine zur Psychoanalye“, Verlag Hans Huber, Bern 1939, S.21)

Inhalte Teil 1 (Mit Literatur-Hinweisen):

1. Das Taylor System

(F.W. Taylor, „Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“; Deutsche Übersetzung aus: „The     Principles of scientific Management“; München, 1913, Seite 124 ff)

2. Tayloristische Arbeitsorganisation und Fordismus

(Bischoff/Detje; „Massengesellschaft  und Individualität“

VSA, Hamburg, 1988, S. 29

3. Fixierung des proletarischen Arbeitermilieus auf Wohnung und Haus als Fixpunkt des gesellschaftlichen Lebens

(Bischoff/Detje, ebenda;

 J. Hirsch/R.Roth „Das neue Gesicht des Kapitalismus“

VSA-Verlag, Hamburg, 1986, S. 172 f)

4. Die fordistische Dynamik der zwanziger Jahre des 20.Jahrhunderts in den USA

(Hirsch/Roth; a.a.O. S. 46)

5. Die Weltwirtschaftskrise von 1929-1931

(Bischoff/Detje; a.a.O. S. 105

M. Poire/Sabel; „Das Ende der Massenproduktion;

Fischer Taschenbuch-Verlag; Frankfurt/Main, 1989; S. 88 ff

Mattek, Becker Schröter; „Wirtschaftsgesellschaft Deutschland“;

Deutscher Verlag der Wissenschaften; Berlin, 1977, S. 307 f)

6. Die Stabilisierung des Kapitals nach der Krise

(Mottek/Becker/Schröter; a.a.O. S. 278 ff; S. 307 f)

7. Die Autarkie Politik in Deutschland

(Mattek/Becker/Schröter a.a.O.; S. 299

„75 Jahre Industriegewerkschaft, Europäische Verlagsanstalt;

Frankfurt/Main; 196; S. 260 ff; S. 297; a.a.O. 281

Mattek/Becker/Schröter; a.a.O. S. 302)

8. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im sogenannten „Dritten Reich“

(Mottek/Schröter/Becker; a.a.O. S. 310)

9.  Staatliche Interventionen und Rüstungsausgaben  

(Mottek/Schröter/Becker; a.a.O. S. 312 f)

 

Inhalte 2. Teil: Thesen-Diskussionen

 

1. Die „68iger-Bewegung“ und ihr Einfluss auf die Gesellschaft

Der Einfluss der 68iger-Generation auf die gesellschaftliche und politische Entwicklung in den Jahren nach 1968 bis heute.

"Amerikanische Bürgerrechtsbewegung: Kennedy (Rassismus-Negierung), Martin-Luther King, Angela Davis, Bob Dylan."

1.2.  Die Hippie-Bewegung

neue Form der (kognitiven) Ghettoisierung oder neuartiges gesellschaftliches Profit-Center? : Twiggy, Mode, Carnaby-Street, Trip-Muster, insgesamt neues Styling, neues Lebensgefühl von Love & Peace (Woodstock) daraus entwickelt: Lockerung bürgerlicher Konventionen

1.3. 1968: Die studentische Bewegung

 Rudi Dutschke, Anti-AKW (Tschernobyl)

 Begleitend: Deutsche Rockszene Amon Düül, Ton Steine Scherben etc. 

1.4.  Sexuelle Befreiung

       „Wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum Establishment“

.5.    Anti-autoritäre Erziehung

1.6.  Frauenbewegung

        Emma (Alice Schwarzer)

        Abtreibungsparagraph 218

2.     Politische Entwicklung:

2.1.  Adenauer/Erhard „Wirtschaftswunder“ (1949-1969)

       …via soziale Marktwirtschaft

2.2.  Willy Brandt Bundeskanzler (1969-1974)

        „Mehr Demokratie wagen“

2.3.  Schmidt/Genscher (1974-1982)

         Sozial-liberales Integrations-Model:

         Chancengleichheit; Bildung für alle

2.4.   Kohl/Genscher (1982-1998)

         Neo-Liberale Wende

         Neo-Konservativismus

         Zentrale Themen: Deregulierungs-. und Flexibilisierungs-Konzepte,

         Neues Anspruchsdenken: Wohlstand für alle. Wirtschaftswachstum

 2.5   Schröder/Fischer (1998-2005)

         Rot-Grüne Koalition

         Reale Umsetzung der Kohl/Genscher Deregulierungs- und Flexibilisierungspläne:

         Agenda 2010, Hartz 4

 

2.6.   Merkel/Westerwelle/Rösler (2005-)

        Neo-Konservativismus/Euro-Krise

        Politische Schwerpunkte:

        „Neo-liberale Wirtschaftspolitik“, Entkoppelung wichtiger sozialpolitischer Instrumente     

3.     Elemente aus der Entwicklungspsychologie nach Anna Freud

        Pränatale Phase (vorgeburtlich)

  • Natale Phase
  • Postnatale/orale Phase (Entwicklung des Urvertrauens zur Mutter) 
  • Anale Phase  (Entwicklung zur Selbstsicherheit)
  • Ödipale Phase (Gefühle zu den gegengeschlechtlichen Eltern koordinieren)
  • Latenzperiode  (Entwicklung des Selbstgefühls, Einfluss durch Kindergarten und Schule)
  • Pubertät  (Heranreifung)
  • Adoleszenz  (Frühes Erwachsenenalter, Berufsorientierung)
  • Post-Adoleszenz (Übergang zum Erwachsenen)

4.       Angewandte Arbeits-Schritte,  Folie:

          Mögliche Methodik im Rahmen der 10 Schritte im Forschungsprozess:

          Forschungsfrage: Eingrenzung der Problemstellung und notwendigen Wissens-  Felder:

  1. Exploration: Sichtung der Literatur, Expertenbefragung, Teilnehmende Beobachtung,
  2. Kategorien bilden
  3. Präzisierung der Fragestellung: Eingrenzung der Forschungsfrage; Zusammenhang von Variablen herstellen: Konditional: nach den vorliegenden Bedingungen; Kausal: Ursache-Wirkung; Korrelativ: die sich gegenseitig bedingenden Wechselseitigkeiten konstatieren; Dialektisch: Widersprüche feststellen und aufhellen.
  4. Operationalisierung: Auswahl der Forschungsmethoden. Pre-Test (Voruntersuchung an einer bestimmten Zahl von Fällen) auf: Validität (Gültigkeit der Methoden); Reliabilität (Zuverlässigkeit der Methoden); Objektivität der Methoden
  5. Forschungsorganisation: Vorbereitung, Arbeitsaufteilung
  6. Empirische Datenerhebung: (nach den gewählten Methoden) Die Datensammlung qualitativ untersuchen und auswerten.
  7. Datenverwertung: Daten sammeln, vergleichen und nach Art der Daten kategorisieren.
  8. Theoretische Auswertung: Ergebnisse der theoretischen Auswertung mit den Forschungshypothesen vergleichen; entweder verifizieren oder falsifizieren
  9. Gesellschaftliche Interpretation, auf Grund der Ergebnisse Alternativen (hier zukunftsorientiert) zur ursprünglichen Forschungsfrage entwickeln, öffentlich machen und so der der betrieblichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit bekannt machen.

 

 

 

 

 

 

 

        

 

 

 

 

 

 

 

 

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